Leserpost: Berechtigte Kritik der Islamischen Föderation an Sebastian Kurz

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Leserpost: Berechtigte Kritik der Islamischen Föderation

"In Österreich angekommen" Glosse von Georg Renner, 3.4.

Integration ist a priori keine religiöse Angelegenheit. Da aber der überwiegende Teil der Muslime Österreichs eine Zuwandergeschichte hat, ergibt es sich immer wieder, dass sich der neue Integrationsstaatssekretär mit islamischen Themen beschäftigt. Er initiiert das Dialogforum Islam, macht sich Gedanken um die Imame-Ausbildung und möchte die Predigten in den Moscheen auf Deutsch hören. Fast könnte man meinen, er sei der Kultusminister.

Renner hat teilweise Recht in seiner Analyse. Muslime und Migranten passen sich sehr schnell an ihre Umgebung an. Dies schließt, wie von ihm beschrieben, "wadelbeißerische Vereinsmeierei" freilich nicht aus.

Doch auch die Kritik der Islamischen Föderation war in diesem Fall berechtigt. Hier geht es nicht darum, wer mit der Idee zuerst da war, sondern um die Zuständigkeit. Die erste Aktion dieser Art fand 1999 im Islamischen Zentrum statt und war erfolgreich. Seitdem wurde sie oft wiederholt, mit leider mäßiger Beteiligung seitens der Nichtmuslime. Der erhoffte Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen fand nur im engsten Kreis statt.

Daher liegt die Herausforderung nicht im Organisieren dieser Tage, sondern im Erwecken des Interesses der Nachbarn und Anrainer, den Schritt zu wagen und in eine Moschee zu gehen. Gerade jene, welche seit Jahren Erfahrung gesammelt haben, sollten eingebunden werden. Man muss ja das Rad nicht immer neu erfinden.

Übrigens: Keine christliche Kirche würde die "Lange Nacht der Kirchen" gemeinsam mit einem Ministerium oder Staatssekretariat veranstalten.

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