Für ein friedliches Miteinander-Leserbrief im Kurier 19.10.2000

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19.10.2000 LESER_SERVICE KURIER 37

Für ein friedliches Miteinander

Am Freitag, dem 6. 10. 2000 fand in Wien eine Veranstaltung unter dem Motto "Stopp dem Morden in Jerusalem" statt. An die 7000 Menschen verschiedener Nationalitäten, Religionsbekenntnisse und politischer Richtungen nahmen an der Schlusskundgebung auf dem Stephansplatz teil. Durch die Umsicht der OrganisatorInnen und gewiss auch die Einstellung der TeilnehmerInnen kam eine Veranstaltung zu Stande, die sich für Menschenrechte und gegen Extremismus aussprach, aber ganz klar nicht ins Antisemitische abglitt. Die Sensibilität des Themas war allen von Anfang an bewusst. Menschenrechte sind aber Menschenrechte. Und diese sind nicht teilbar. In Österreich lebende Muslime engagierten sich gerade innerhalb des letzten Jahres immer wieder gegen die mit zunehmender Fremdenfeindlichkeit aufkeimende Gefahr des Rechtsextremismus. Die Glaubwürdigkeit anti-rassistischer Anstrengungen wäre wohl in Frage gestellt, wollte man den gleichen Menschen angesichts der dramatischen Entwicklungen in Jerusalem verwehren, ihre Anliegen und Sorgen an die Öffentlichkeit zu bringen. Einen besonderen Charakter gewann die Kundgebung durch die Beteiligung von Menschenrechtsorganisationen und Politikern. Dies ist für die Zukunft möglicherweise wegweisend, denn viel von der Frustration der sich für Palästina solidarisierenden Menschen, die dann allzu leicht in überbordende Emotionen umschlagen kann, gründet sich auf das Gefühl, nirgendwo Gehör zu finden. An zentraler Stelle stand der wichtige Satz, dass die Veranstalter nicht missinterpretiert werden wollten: Es dürfe kein Keil zwischen hier friedlich nebeneinander lebende Muslime und Juden getrieben werden.

Omar Al Rawi  & Amina Baghajati 
Initiatoren der Initiative muslimischer Österreicher/innen
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