FPÖ und das Schächtverbot-Leser Briefe im Standard 01.03.2002

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DER STANDARD, 01. März 2002  
LESERSTIMMEN 
Kampagne 
Betrifft: "EU-Regelung für Schächtung gefordert" 
DER STANDARD, 27. 2. 2002 
Wieder einmal versucht die FPÖ, unter dem Denkmantel des Tierschutzes eine Kampagne gegen das von Juden und Muslimen praktizierte Schächten zu inszenieren. Dass jedes Jahr gerade das Opferfest der Muslime dazu verwendet wird, scheint kein Zufall mehr. Das die in Österreich lebenden Muslime Ihre Opfer durch Spenden an karitative Institutionen, die das Fleisch an besonders Bedürftige in der Welt verteilt, bleibt leider immer unerwähnt. 
Im übrigen hat das Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe am 15.01.2002 den muslimischen Fleischhauern in Deutschland den Kehlschnitt und ohne Betäubung erlaubt. 
Die Geschichte des Verbotes ist auch nicht uninteressant. Von 1930 bis 1933 gab es in allen Ländern, in denen die NSDAP an der Regierung beteiligt war, Gesetze, die das Schächten ohne vorherige Betäubung generell untersagten. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde das Schächtverbot auf alle übrigen Länder übertragen. 
Den Abschluss dieser Entwicklung bildete das Reichsgesetz vom 21. April 1933, das ein ausnahmsloses Verbot des betäubungslosen Schlachtens für das ganze Deutsche Reich festschrieb. Damit wurde aus Sicht der Nazis zweierlei erreicht: Zum einen konnten die Juden im Gegensatz zu den tierliebenden Ariern als grausame und blutrünstige Tierquäler hingestellt werden. Zum anderen bildete das Schächtungsverbot den Anfang einer Reihe von Verordnungen, durch die den Juden die wirtschaftliche Existenzgrundlage entzogen werden sollte. 
Dipl.Ing.Omar Al Rawi, 
Initiative muslimischer 
Österreicher/innen, 
1220 Wien

Original
Wieder einmal versucht die FPÖ wie schon bereits in Oberösterreich unter der Denkmantel des Tierschutzes um  eine  Kampagne gegen das von Juden und Muslimen praktizierte Schächten als Schlachtmethode zu verbieten. Auf dem Rücken religiöser Minderheiten werden antisemitische und islamophobe Ressentiments missbraucht und Fremdenfeindlichkeit geschürt. In einer Zeit, da allerorts von der Reformbedürftigkeit der Tierhaltung gesprochen wird, maßt man sich eine Position moralischer Überlegenheit an, um gegen den angeblich inhumanen Umgang von Muslimen und Juden zu polemisieren. Das jedes Jahr gerade das Opferfest der Muslime dazu verwendet wird scheint kein Zufall mehr. Das die in Österreich lebenden Muslime Ihre Opfer durch Spenden an Karitativen Institutionen die das Fleisch an besonders bedürftigen in der Welt verteilt bleibt leider immer unerwähnt. im übrigen hat das Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe am 15.01.2002 den Muslemische Fleischhauer in Deutschland den Kehlschnitt und ohne Betäubung erlaubt. Die Geschichte des Verbotes ist auch nicht uninteressant. Von 1930 - 1933 waren in allen Ländern, in denen die NSDAP an der Regierung beteiligt war, Gesetze, die ein generelles Verbot des Schächtens ohne vorherige Betäubung gegeben. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde das  Schächtverbot auf alle übrigen Länder übertragen. Den abschluß dieser Entwicklung bildete das Reichsgesetz vom 21. April 1933, das ein ausnahmsloses Verbot des betäubungslosen Schlachtens für das ganze Deutsche Reich festschrieb. Damit wurde aus Sicht der Nazis zweierlei erreicht: Zum einen konnten die Juden im Gegensatz zu den tierliebenden Ariern als grausame und blutrünstige Tierquäler hingestellt werden. Zum anderen bildete das Schächtungsverbot den Anfang einer Reihe von Verordnungen, durch die den Juden die wirtschaftliche  Existenzgrundlage entzogen werden sollte.

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