Nicht für Kamele berühmt-Replik auf Grünen Bundesrat Dönmez

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"Die Presse" vom 10.01.2009                               Seite: 34

Nicht für Kamele berühmt

"Zwischen Brüssel und Brüsten", Leitartikel, von Oliver Pink, 17. Dezember Oliver Pink gerät über den Grünen Bundesrat Dönmez ins Schwärmen. Er ist unkonventionell, frech, bodenständig, mit offenem Blick, scheut keine Auseinandersetzungen, in der Wortwahl zwar bisweilen übertrieben, dennoch wohltuend, und er ist zur Selbstkritik fähig. Als Beweis dienen unangenehme Wahrheiten, ungeniert pointiert ausgesprochen, wie: "Imame brauchen eine Ausbildung und dürfen keine Kameltreiber aus Anatolien sein." Ein blöder Spruch bleibt jedoch ein blöder Spruch, auch wenn er nicht von einem aus der Strache-Fraktion kommt, und hat mit unangenehmen Wahrheiten nichts zu tun. Und an rassistischen und sexistischen Aussagen bloß die Diktion zu kritisieren, ansonsten ihren "Wahrheitsgehalt" zu unterstreichen ist meilenweit entfernt von Kritik oder Selbstkritik.

Um es etwas plastischer zu machen: Würde ein Politiker den afrikanischen Pfarrern, die vermehrt in Österreich Kirchengemeinden vorstehen, mit den Worten begegnen: "Pfarrer brauchen eine Ausbildung und dürfen keine Barfüßigen aus dem Busch sein", so würden jedem die Widerlichkeit der Aussage und der plumpe Rassismus ins Auge fallen. Und mit Sicherheit würde niemand auf die Idee kommen, dieses Statement als eine unkonventionelle, freche und bodenständige Selbstkritik eines Politikers, der sich "wohltuend von dem sonst üblichen übervorsichtigen und weltfremden Politikersprech" abhebt, zu klassifizieren.

Herr Dönmez redet über Dinge, von denen er nicht viel versteht. Ob Asyl, Fremdenrecht oder Islam. Selbst in seine beleidigenden Äußerungen greift er daneben. Denn wie man weiß, ist die Türkei nicht für Kamele und Kameltreiber berühmt. Diese Beschimpfung ist für uns arabischstämmigen Wüstenkinder reserviert. Migrant zu sein alleine ist noch keine Befähigung.

Dipl.-Ing Omar Al-Rawi Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

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