Die Presse - Keine Verteidigung des Gesichtsschleiers

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Keine Verteidigung des Gesichtsschleiers

>> BRIEF DES TAGES (Die Presse)

Replik auf „Eine Gewalttheologie schlägt Wurzeln“, Gastkommentar, von Ednan Aslan, 22. November.
Entweder hat Ednan Aslan den Kommentar von Tarafa Baghajati nicht verstanden, oder er wollte ihn nicht verstehen. Niemals ging es um die Verteidigung oder gar das Propagieren des Gesichtsschleiers. In Österreich findet dies auch von offizieller muslimischer Seite durch die Islamische Glaubensgemeinschaft nicht statt. Diskutiert wurde vielmehr das fundamentale Menschenrecht, sich vor Gericht selbst verteidigen zu können, wie dies auch der prominente Anwalt Georg Bürstmayr tat.
Aslan hat völlig recht, wenn er die überflüssigen Kopftuchdebatten in Deutschland und Frankreich anprangert und die negativen Folgen für die Integration dieser Frauen durch den Ausschluss aus Bildung und Beruf beim Namen nennt.
Doch hier fehlt mir die klare Aufforderung von Aslan, sich gegen solche Verbote auszusprechen. Ednan Aslan hat sich mit anderen Universitätsprofessoren für den Verbleib von Minister Hahn als Wissenschaftsminister ausgesprochen. Und der tritt bekanntlich für ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst ein. Teilt Ednan Aslan vielleicht diese Meinung?
Die meisten Trägerinnen von Gesichtsschleiern in Österreich sind Touristinnen aus den Golfstaaten. Diese alle als potenzielle Terroristinnen zu stigmatisieren ist eine Simplifizierung. 
Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi
Integrationsbeauftragter
der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2008)


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