Schärfste Verurteilung des Attentats in Ägypten

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Schärfste Verurteilung des Attentats in Ägypten - Aufruf zu aktiven Schritten zur Wahrung des friedlichen Zusammenlebens zwischen Christen und Muslimen

In größter Betroffenheit verurteilt die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich den mörderischen Anschlag durch eine Autobombe auf hunderte koptische Kirchgänger in Alexandria/Ägypten, dem bisher 21 Menschen zum Opfer fielen.
Entsetzen löst das unermessliche Leid aus, das in blindem Hass und in frevelhafter Missachtung aller Gebote der Religion und der Menschlichkeit Unschuldigen zugefügt wurde. Das tiefe Mitgefühl gilt allen Trauernden, die Angehörige und Freunde verloren haben, sei es auf christlicher oder muslimischer Seite.
Entsetzen fühlen wir auch, wenn wir uns die Dimension dieses offensichtlich von langer Hand geplanten verheerenden Terrorakts vor Augen führen. Hatten bisherige Spannungen zwischen den ägyptischen Bevölkerungsgruppen eher lokale und meist aus dem Alltag resultierende Streitereien zur Ursache, bei denen stets zu hoffen stand, dass die Kräfte der Vernunft und der Versöhnung die Oberhand behalten würden, so tut sich hier geradezu ein Abgrund auf. Denn beim jüngsten schrecklichen Anschlag deutet alles darauf hin, dass jene destruktiven und menschenverachtenden Kräfte, die den Mittleren Osten in Chaos und Anarchie stürzen wollen, am Werk waren.
Daher muss alles getan werden, damit Menschengruppen sich nicht gegeneinander aufhetzen lassen. Begreifliche Emotionen dürfen nicht instrumentalisiert werden, um noch mehr Hass und Zerstörung zu provozieren. Vielmehr muss von allen erfasst  werden, dass genau darauf die Terroristen hinzielen: Das friedliche, auf einer jahrtausendealten Tradition fußende Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in Ägypten nachhaltig zu zerstören.
Wir appellieren daher an die Regierung in Ägypten, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, das entsetzliche Attentat lückenlos aufzuklären, die Hintermänner dingfest zu machen und aufs Schärfste zu bestrafen. Ägypten muss ein ähnliches Schicksal wie dem Irak erspart werden.
Gleichzeitig erinnern wir daran, dass auch von Seiten der Religionsgemeinschaften und der Zivilgesellschaft aktive Schritte gesetzt werden müssen, um zu zeigen, dass sich Muslime und Christen nicht gegeneinander aufhetzen lassen. Auch in Österreich wollen wir immer wieder vorleben, dass wir gemeinsam gegen jede Art der Hetze und der Gewaltaufrufe vorgehen und dabei auch kooperieren.
Wien, am 1. Jänner 2011
Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
Rückfragehinweis:
Carla Amina Baghajati
Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Mitglied des Obersten Rates
Tel. 06991 2381075 oder 01 2595449

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