Anstieg antisemitischer Angriffe auf jüdische Gemeindemitglieder in Österreich

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Mit tiefer Sorge haben wir von dem Anlass der morgigen Pressekonferenz der IKG erfahren, wonach laut Präsident Dr. Ariel Muzicant ein Anstieg antisemitischer Angriffe auf jüdische Gemeindemitglieder in Österreich zu beobachten sei. Solche Angriffe sind durch nichts zu entschuldigen und sind auf das Schärfste zu verurteilen! Sollten solche Angriffe von muslimischen Mitbürgern verübt worden sein, so distanzieren wir uns mit aller Deutlichkeit davon.

Die islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich und ich betrachten den Konflikt ausschließlich als politischen und keineswegs religiösen. Es ist weder ein Konflikt zwischen Juden und Muslime, noch einer zwischen Arabern, Türken und Juden in Österreich. Im Gegenteil, wir ziehen hier in Österreich an einen Strang im Kampf gegen Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Auch schätzen wir sehr oft die klare Haltung der IKG bei verschiedenen Anlässen, wie der Koptuchfrage oder dem Bau von Moscheen und Minaretten.

Auch halten wir fest, dass wir mit der „wilden" Demonstration am 1.Juni 2010 nichts zu tun haben. Die dabei stattgefundene Zerstörung von Fensterscheiben und das mitgeführte Plakat mit der Aufschrift „Hitler wach auf" verurteilen wir auf das Schärfste. Von solchen Aktionen und solchem Verhalten grenzen wir uns entschieden ab und distanzieren uns unmissverständlich.


Ich bin mir voll bewusst, dass der Nahostkonflikt sehr kompliziert ist und von vielen Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven gesehen wird, wobei es naturgemäß zu sehr verschiedenen Einschätzungen und Wahrnehmungen kommt. Wichtig ist aber, dass der vorbildliche interreligiöse Dialog zwischen den Religionen in Österreich weiter funktioniert und die guten Kontakte mit allen VertreterInnen der Religionen weiterhin sorgsam gepflegt werden.

Dipl. Ing. Omar Al-Rawi

Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

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