Glaubenskrieg auf Wienerisch

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"Kurier" vom 14.10.2010                                      Seite: 18

Konflikte nach der Wahl


Freiheitliche und Kultusgemeinde sind einander nicht grün,haben aber in Omar Al-Rawi (SP) einen gemeinsamen Feind.

Als Brückenbauer zwischen den Religionen versteht sich Omar Al-Rawi (links).
Raimund Fastenbauer (rechts) von der Israelitischen Kultusgemeinde zeigte ihn wegen Hetze an

Viel Feind, viel Ehr heißt es im Sprichwort. Für SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi ist es derzeit vielleicht ein bisserl zu viel der Ehre. Der 49-Jährige steht im Kreuzfeuer der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) und der Freiheitlichen.
Die Vorgeschichte: Auf der Webseite 
http://www.aymanwahdan.at (derzeit stillgelegt) fand sich, laut IKG, ein längeres Posting darüber, wie sich Muslime selbst reinigen können. So sei darauf zu achten, dass Kleidung und Wohnung nicht durch Kreuze und Davidsterne, sie seien Symbole des Teufels, verunreinigt würden.
Al-Rawi und Berichte über seine Walkampfauftritte fanden sich auch auf der Homepage, ebenso ein Foto, das Al-Rawi gemeinsam mit dem Homepage-Betreiber Ayman Wahdan zeigt.
Wahdan ist ein Promi-Sammler, der auch mit den Politikern Häupl, Faymann, Frauenberger, Hahn und Gusenbauer abgelichtet wurde.
Die IKG sah jedenfalls strafbare Handlungen gegen den religiösen Frieden (§ 188 StGb) und Verhetzung (§ 283) und erstattete Anzeige.
"Ein Beweis, dass Al-Rawi fundamentalistischen und islamistischen Kreisen nahesteht. Wir haben mit der Mehrheit der Muslime keine Probleme und finden es bedauerlich, dass sich Stadt und SP nicht vernünftige muslimische Partner sucht, sondern sich lieber mit diesen Verrückten zusammensetzt", sagt IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer.
Hetze
Ins gleiche Horn stoßt FP-Generalsekretär Harald Vilimsky: "Hetze gegen Juden hat heute offenbar die Farbe Rot. Es ist eine Schande, dass diese Partei weiter den Bürgermeister stellt und ,Hetzer wie Al-Rawi in ihren Reihen duldet." Die FP hat ihn schon länger ihm Visier. Strache bezeichnete Al-Rawi schon als "fundamentalistischen Islamisten". Die Unterstützung der FP freut Fastenbauer gar nicht: "Das ist widerlich. Die FP hat jahrelang einen Kleinkrieg gegen uns geführt."
Für Al-Rawi ist die IKG-Anzeige eine Retourkutsche dafür, dass der Gemeinderat im Mai einstimmig den israelischen Angriff auf die Gaza-Friedensflotte verurteilte. "Die IKG glaubt, ich bin der Initiator gewesen, das stimmt nicht. Der Nahostkonflikt ist ein politischer und nicht ein religiöser. Ich sehe mich als gemäßigten Brückenbauer."
Die Anzeige wundert ihn: "Ich habe mit der Homepage nichts zu tun. Das sind keine Islamisten, es ist seit zehn Jahren eine Website der arabischen Community, wo Hochzeiten, Schulsachen und auch Berichte über mich drin stehen. Dem Betreiber tut es fürchterlich leid, dass er das fremde Posting übersehen hat.
Er distanziert sich davon. Ich ebenso."

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