ORF - Muslime in Österreich: Al-Rawi verurteilt radikale Äußerungen 21.07.2005

User Rating: 0 / 5

Star InactiveStar InactiveStar InactiveStar InactiveStar Inactive
 

News 21. 07. 2005 

Muslime in Österreich: Al-Rawi verurteilt radikale Äußerungen

Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, hat am Donnerstag die Äußerungen des Imams einer vom Verfassungsschutz als radikal eingestuften Moschee in Wien-Neubau verurteilt. 
"Es ist eine kleine Minderheit von weniger als zwei Prozent, die die ganzen Muslime in Österreich und ihren gemäßigten Weg in Geiselhaft nimmt", sagte Al-Rawi. "Die Glaubensgemeinschaft und alle Muslime, die mit mir telefoniert haben, sind erschüttert über die Ansichten, die da verbreitet wurden", so der Integrations-beauftragte der Islamischen Glaubens-gemeinschaft.

Kein Teil der österreichischen Gesellschaft?
Imam Abu Muhammad bzw. Armin Bibars vom Moschee-Verein hatten gegenüber der "Presse" erklärt, dass Muslime kein Teil der österreichischen Gesellschaft seien und dass Gesetze nur von Gott gemacht würden. "Ich glaube nicht an die Demokratie, weil mich die Offenbarung des Islams lehrt: Gott ist der Einzige, der Gesetze macht", so Imam Muhammad wörtlich. Für ihn ist auch mehr das islamische denn das österreichische Recht wichtig: "Unser Leben in dieser Gesellschaft wird von der islamischen Gesetzgebung reguliert. Wenn ich nicht stehle, dann nicht, weil es hier im Gesetz steht, sondern weil mir das meine Offenbarung gesagt hat."

Bibars übt scharfe Kritik an al-Rawi. Hass gehe von diesem aus, nicht von "Hass-predigern". Im Gegensatz zur Meinung al-Rawis seien die Muslime auch kein Teil der Gesellschaft: "Das ist eine Vorstellung, die unserer widerspricht." Und: "Wir sehen uns in erster Linie als Gäste. Deswegen möchten wir uns hier weder in Politik einmischen noch zu irgendwelchen Ereignissen Stellung nehmen."

Keine Gefahr für Österreich
Eine Gefahr für Österreich sehen Bibars und Muhammad nicht. "Ich kann Ihnen sagen, die Menschen können ruhig schlafen", so der Imam. Laut Bibars gebe es in der Moschee auch keine Befür-worter von Anschlägen: "Wir machen hier keine Gesinnungsprüfung. Aber wenn Sie konkret fragen, ob jemand in der Öffent-lichkeit darüber geredet hat, Anschläge gutzuheißen oder an Anschlägen teil-zunehmen, dann kann ich Ihnen sagen: nein."

Moschee nicht in Verbindung mit Glaubensgemeinschaft
Al-Rawi betonte, dass die betreffende Moschee mit der Glaubensgemeinschaft nicht in Verbindung stehe. Sie werde von der überwiegenden Mehrheit der Muslime gemieden: "Ich appelliere dafür, dieser Gruppe kein Forum zu bieten und sie nicht noch bekannter zu machen." Die meisten moslemischen Vereine seien ähnlicher Ansicht. "Wir können das nicht verhindern, aber so lange sie eine abgekapselte, minimalst kleine Gruppe sind, ist das auch gut so. Wir wollen nicht, dass sie sich mit den restlichen Moscheen vermischen."

Weg der Toleranz
Wer Teil der Islamischen Glaubens-gemeinschaft sein wolle, müsse deren offenen, gemäßigten, toleranten und auf Respekt gegründeten Weg unterstützen. Al-Rawi verwies auch auf die Schluss-erklärung der ersten österreichischen Imame-Konferenz vergangenen April in Wien. Darin wurde ein Bekenntnis zur Integration, aber auch zum österreichi-schen Staat und dessen verfassungs-rechtlichen Prinzipien abgegeben.

0
0
0
s2sdefault