Standard = ORF-Christen und Muslime bliesen zum "Kipferlsturm"

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 "Kipferlsturm"

Gemeinsame Wanderung auf den Peilstein

im Wienerwald als Antwort auf

Gipfelkreuz-Ängste des BZÖ-Chefs Peter

Westenthaler

Altenmarkt - Kuriose Wahlkampftricks können mitunter auch zum besseren Miteinander führen: Christen und Muslime luden am Wochenende zum "Kipferlsturm" auf den Peilstein im Wienerwald ein. Auslöser für den gemeinsamen Wandertag war die Befürchtung von BZÖ-Chef Peter Westenthaler im Wahlkampf 2006, Halbmonde könnten Kreuze auf heimischen Gipfeln ersetzen. Dass dem doch nicht so ist, überzeugten sich unter anderem Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), der "Plattform Christen und Muslime" und des Österreichischen Alpenvereins. 
Der Hintergrund: Westenthaler hatte im TV-Duell mit Alfred Gusenbauer (SPÖ) aus einem angeblichen Briefwechsel des Wiener SP-Gemeinderats Omar Al-Rawi mit dem Alpenverein zitiert. Der Brief stellte sich als Fälschung heraus, trotzdem wollte der BZÖ-Obmann lange Zeit nicht von dem Standpunkt abrücken, der Alpenverein wolle eine islamische Sektion im Alpenverein einrichten und auf Gipfeln statt der Kreuze Halbmonde errichten. Die angeblichen Verfasser gingen wegen der Unterstellungen vor Gericht, mit Al-Rawi gab es einen Vergleich, das Verfahren gegen den Alpenverein verlor der Westenthaler.
"Der einzige, der hier verloren hat, war der Politiker", resümierte Alpenvereins-Vizepräsident Andreas Ermacora neben dem Gipfelkreuz des Peilsteins stehend. Auch er hatte sich an der Wanderung mit Symbolcharakter beteiligt, nicht zuletzt, um klarzustellen: "Wir sind ein Verein, der offen ist. Bei uns ist jeder herzlich willkommen." Trotzdem sei die Aktion Westenthalers alles andere als angenehm für den Alpenverein gewesen, man habe sich plötzlich mitten im Wahlkampf gefunden.
"Ein Kreuz ist für mich nichts Fremdes", zerstreute IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh Ängste, der Islam hätte die Demontage geliebter abendländischer Symbole geplant. Er stellte klar: "Wir sind gläubige Muslime und es stört uns überhaupt nicht, dass es gläubige Katholiken in diesem Land gibt. Manchmal haben wir verschiedene Gottesbilder aber wir meinen den einen Gott." Auch Al-Rawi nutzte die Gelegenheit zu Bekenntnissen unterm Gipfelkreuz: "Für mich waren Kreuze nie etwas Fremdes, schon gar nichts Artfremdes."
"Christlich-muslimische Fanzone"
Zugehen gab es auch von christlicher Seite: Der Journalist Heinz Nußbaumer hieß im Namen der "Plattform Christen und Muslime" die mehr als 30 Teilnehmer Willkommen in der "christlich-muslimischen Fanzone". "Religion darf nie exklusiv, nie ausschließend und nie abgrenzend sein." Das Verbindende in 716 Meter Seehöhe sollte nicht nur das gemeinsame Anliegen sein. Zwei Körbe mit Kipferln standen bereit, um die Angst vor dem Halbmond konsequent abzubauen. Ein Diplom sollte das Gipfeltreffen amtlich machen.

Mitgewandert - genauer gesagt mit dem Fahrrad angereist - war auch der wahre Verfasser des aufsehenerregenden Halbmond-Briefes. Der Journalist Gerd Millmann, einst Pressesprecher des nunmehrigen SPÖ-Parteichefs Werner Faymann zu Zeiten als Wiener Stadtrat, beobachtete das Geschehen unauffällig. Neuster Stand im Halbmond-Streit: Westenthaler wolle nun auch gerichtlich gegen ihn vorgehen. Die Aktion selbst habe Millmann persönlich außer ein bisschen Schulterklopfen nicht viel gebracht. (APA) 

Religion (+Video)                         22.06.2008
 
Halbmond-Streit:Interreligiöser "Kipferlsturm"
Ein gefälschter Brief, in dem der Austausch der Gipfelkreuze durch Halbmonde angekündigt wurde, hat für Aufregung gesorgt. Nun haben Alpenverein und die Plattform Christen und Muslime mit einer Wanderung ein Zeichen des Miteinander gesetzt. 
 
   
   
Zeichen für konfliktfreies Miteinander
Der Alpenverein nahm den vor der Nationalratswahl 2006 aufgetauchten gefälschten Brief zum Anlass für die gemeinsame Aktion mit Vertretern der christlichen und muslimischen Glaubensgemeinschaft. Denn der Alpenverein wurde damals zu Unrecht als Verfasser des Briefes genannt.

Mit dem so genannten Kipferlsturm auf den Peilstein sollte ein Zeichen für ein konfliktfreies Miteinander der Kulturen und Religionen gesetzt werden. Etwa 60 Personen machten sich auf den Weg auf den Gipfel. 
 
   
   
   
Westenthaler glaubte an Halbmonde
Der Hintergrund: BZÖ-Chef Peter Westenthaler hatte im TV-Duell mit Alfred Gusenbauer (SPÖ) vor der Wahl 2006 aus einem angeblichen Briefwechsel des Wiener SP-Gemeinderats Omar Al-Rawi mit dem Alpenverein zitiert. 

Der Brief stellte sich als Fälschung heraus, trotzdem wollte der BZÖ-Obmann lange Zeit nicht von dem Standpunkt abrücken, der Alpenverein wolle eine islamische Sektion im Alpenverein einrichten und auf Gipfeln statt der Kreuze Halbmonde errichten. 

Die angeblichen Verfasser gingen wegen der Unterstellungen vor Gericht, mit Al-Rawi gab es einen Vergleich, das Verfahren gegen den Alpenverein verlor Westenthaler. 
 
   
   
"Berge kennen keine Grenzen"
"So wie die Berge keine Grenzen kennen, so kennt auch der Alpenverein keine Grenzen und heißt jeden in diesem Land willkommen, egal von wo er kommt", sagt Andreas Ermacora vom Alpenverein.

Mit solchen Aktionen sollen Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut werden, erklärt Anas Schakfeh, der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft: "Das Zusammenleben der Menschen soll auf beiden Seiten bestimmte vorgefasste Meinungen und Bilder korrigieren, dass wir ein authentisches Bild voneinander haben." 
 
   
noe.ORF.at
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