Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft verurteilt Gewalt gegen Frauen mit scharfen Worten

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Omar Al-Rawi fand scharfe Worte für Gewalt gegen Frauen. "Vorauseilenden Toleranz" westlicher Gesellschaften gegenüber dem Islam sieht er in dem Urteil der deutschen Richterin nicht.
  

Al-Rawi nach Koran-Urteil: "Verkrustete Traditionen", nicht der Islam

Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft verurteilt Gewalt gegen Frauen mit scharfen Worten

Wien - Omar Al-Rawi, der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IG) Österreichs meint, dass Gewalt gegen Frauen in muslimischen Familien nicht auf die Religion, sondern auf verkrustete Traditionen patriarchalischer Strukturen zurückzuführen ist. Das sagte der Wiener SPÖ-Gemeinderat am Donnerstagabend in der "ZiB 2" zur Debatte um das Urteil einer Frankfurter Richterin, die in einem Scheidungsverfahren eheliche Gewalt unter Verweis auf den Koran gerechtfertigt hatte. 
Al-Rawi, der mit einem "White Ribbon" - einem Symbol gegen Gewalt an Frauen - im Studio erschienen war, sagte, "wenn man sich nicht auskennt, dann redet man sich auf die Religion aus". Die muslimische Glaubensgemeinschaft stelle sich gegen jede Gewalt in- und außerhalb der Familie und gegen jede Form des Terrorismus, sagte Al-Rawi. Leider gebe es immer wieder Leute, die glauben, in der Religion eine Rechtfertigung zu finden.
"Abschaum der Gesellschaft"
Diejenigen, die Gewalt gegen ihre Frauen verübten, seien der "Abschaum der Gesellschaft", sparte der Integrationsbeauftragte nicht mit scharfen Worten. Klar sei, dass weder der Prophet Mohammed, noch seine Gefährten je Gewalt angewendet hätten.

Eine "vorauseilenden Toleranz" westlicher Gesellschaften gegenüber dem Islam sieht Al-Rawi in dem Urteil der deutschen Richterin nicht. Zum Freispruch im Pariser Prozess zu den Mohammed-Karikaturen, in welchem der Chefredakteur eines französischen Satire-Magazins am Donnerstag vom Vorwurf der "öffentlichen Beleidigung einer Personengruppe wegen ihrer Religion" entlastet worden war, sagte Al-Rawi, "Mein Gott, wir haben Meinungsfreiheit". Er würde an Stelle der muslimischen Organisationen, die geklagt hatten, auf eine Berufung verzichten. Man müsse den Weg des Diskurses bestreiten. (APA)

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