Kleine Zeitung"-Chefredakteur: Karikaturen "nicht so schlimm"

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"Kleine Zeitung"-Chefredakteur: Karikaturen "nicht so schlimm" 
Al-Rawi sieht "Volksbewegung in der islamischen Welt" 

 
  Wien - Der Chefredakteur der "Kleinen Zeitung", Erwin Zankel, hat die Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen durch sein Blatt verteidigt. Man habe den Lesern zeigen wollen, die Karikaturen seien "nicht so schlimm", dass deswegen Konflikte oder Protestmaßnahmen notwendig seien, sagte Zankel in der Nacht auf Dienstag in der "ZiB3" des ORF. "Ich halte es für eine übertriebene und auch gesteuerte Aktion. Es gibt keinen begründeten Anlass dafür." 
 
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Zankel wies darauf hin, dass die Karikatur der Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban die Frage nach der Verbindung zwischen dem Islam und Al Kaida aufwerfe. "So einfach kann man das nicht wegschieben." Pressefreiheit stehe in dieser Frage letztlich über den religiösen Gefühlen der Moslems, "weil ich nicht nachvollziehen kann, dass Karikaturen derart schlimm bewertet werden müssen". 
Al-Rawi sieht "Volksbewegung in der islamischen Welt"
Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Omar al-Rawi, wies die Äußerungen Zankels in einer Studiodiskussion zurück. Zwar würden manche diplomatische isolierte Länder in der Region den Konflikt "ausnützen", doch handle es sich "um eine Volksbewegung in der islamischen Welt". Die Karikaturen seien "islamfeindlich" und stammten aus einem Land, das eine ausländerfeindliche Politik führe, sagte Al-Rawi.
Man müsse immer nach der "Intention der Tat" unterscheiden. Wenn eine Zeitung Karikaturen veröffentliche, um Moslems zu demütigen, sei dies auf das Schärfste zu verurteilen. "Verständnis" habe er aber für den Abdruck im Rahmen der Berichterstattung.
Kolporteure der "Kleine Zeitung" im Streik
Al-Rawi verteidigte in diesem Zusammenhang auch den Streik der islamischen Kolporteure der "Kleinen Zeitung", die damit gegen den Abdruck der Karikaturen protestieren wollten. Zankel sagte dagegen, Arbeitsverweigerung sei "nicht angebracht". Zugleich betonte er, dass er "sehr zufrieden" mit der bisherigen Arbeit der Zeitungskolporteure sei. "Man sollte anerkennen, welche Leistung hier erbracht wird".
Einig waren sich Zankel und Al-Rawi darin, dass gewalttätige Proteste inakzeptabel und zu verurteilen sind. Al-Rawi äußerte seine Hoffnung, "dass der Höhepunkt dieser Affäre schon hinter uns ist". Er rechne auch nicht damit, dass es in Österreich ähnliche Gewaltakte gegen ausländische Botschaften wie im Nahen Osten geben werde. Bei einer Protestaktion am Ballhausplatz am Sonntag sei nicht einmal eine Fahne verbrannt worden. "Wir haben in Österreich eine gute Tradition des Dialogs", betonte er.(APA)
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