RAU Der Standard über Omar Al-Rawi und Ariel Muzicant

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Gesprächsfähig
 
Das Beste an der Diskussion zwischen Ariel Muzicant und Omar Al-Rawi war der vergleichsweise zivilisierte Ton. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und der Sprecher der islamischen Glaubensgemeinschaften in Österreich zeigten im ORF, dass es zwischen ihnen kein böses Blut gibt. Das ist in der gegenwärtigen Situation nicht wenig. Dennoch verfielen beide in den Fehler, der die Debatten um den Konflikt im Nahen Osten beherrscht: Mehrfach liefen sie Gefahr, die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit abzuspulen. Wer versucht, hier darzulegen, wer "angefangen" hat, landet bald in einer Sackgasse. Moderatorin Ingrid Turnher konnte das unterbinden. Muzicant war argumentativ leicht im Vorteil, weil ja die Hisbollah im Gegensatz zu den Palästinensern keinen Befreiungskrieg gegen eine Besatzung führt, sondern einen fundamentalen Krieg gegen Israel an sich. Andererseits konnte er nicht erklären, warum Israel die Infrastruktur des Staates Libanon und beinahe diesen selbst zertrümmern muss, um der Hisbollah Herr zu werden. Aber immerhin zeigten hier ein österreichischer Staatsbürger muslimischen und einer jüdischen Glaubens, dass Diskussion möglich ist.

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