Studie über Moslems und Integration Ende Mai fertig

User Rating: 0 / 5

Star InactiveStar InactiveStar InactiveStar InactiveStar Inactive
 

Studie über Moslems und Integration Ende Mai fertig
 Ausländer - Studie über Moslems und Integration Ende Mai fertig
Utl.: Rauch: Präsentation Anfang Juni - Al-Rawi: Vergleich mit
      Zeitbombe stößt sauer auf - Vorsicht mit Sprache =
 
   Wien (APA) - Die Studie des Innenministeriums über die
Integrationsbereitschaft von Moslems in Österreich werde erst Ende
Mai fertig gestellt und Anfang Juni präsentiert, erklärte der
Sprecher von Ministerin Liese Prokop (V), Johannes Rauch, auf Anfrage
der APA. Es lasse sich aber bereits jetzt sagen, dass 20 Prozent
aufgrund ihres religiösen Hintergrundes Schwierigkeiten mit der
Integration hätten, weitere 25 Prozent wegen des kulturellen
Hintergrundes. Insgesamt seien 500 Muslime telephonisch befragt
worden, 100 weitere "qualitativ", also mit eigenen Interviews.
 
   Die Zielgruppe seien "Muslime mit Migrationshintergrund" gewesen.
Dies könne der Gastarbeiter aus dem Kosovo oder aus der Türkei, ein
Asylwerber aus Tschetschenien oder auch der österreichische
Staatsbürger mit türkischer Herkunft in dritter Generation sein. Der
Zeitraum der Befragung habe sich von Oktober 2005 bis März 2006
erstreckt. Die Zahl der in Österreich lebenden Muslime liege derzeit
bei knapp 400.000.
 
   Der Wiener SPÖ-Gemeinederat und Integrationsbeauftragte der
Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, zeigte sich mehr als befremdet
über die Aussagen von Prokop. Dass 45 Prozent der Muslime nicht
integrationsbereit seien, "kann ich überhaupt nicht nachvollziehen",
so Al-Rawi gegenüber der APA. "Unsere Arbeit mit Moscheen und
Vereinen spricht eine ganz andere Sprache". Man müsse sich allerdings
fragen, ob es um Integration oder Assimilation gegangen sei. Al-Rawi
verwies auf die Erklärung der Imame-Konefrenz, in der eine
Stellungnahme zur Integration enthalten sei. Und hier gebe es die
Aufforderung zum Erlernen der Sprache der Länder, in denen die
Muslime leben.
 
   "Was mir sauer aufstößt, ist die Metapher mit der Zeitbombe. Man
soll von solchen Aussagen, die in Richtung verstärkt auftretende
Islamfeindlichkeit gehen, Abstand nehmen. Solche Schlagwörter sind
kontraproduktiv. Gerade bei der Integration ist der sensible Bereich
der Sprache von immenser Bedeutung", betonte Al-Rawi.
 (Schluss) jep

0
0
0
s2sdefault