Al Rawi: Integration der Muslime in Österreich funktioniert

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Al Rawi: Integration der Muslime in Österreich funktioniert

Utl.: "Hälfte der Aufgabe ist die Definition" =

Wien (APA) - Die Integration der Muslime in Österreich

funktioniert. Davon ist jedenfalls der Integrationsbeauftragte der

Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Omar Al-Rawi,

überzeugt. Sie gelinge hier auch "hundert Mal besser" als etwa in

Frankreich oder Deutschland. Eine Parallelgesellschaft will er hier

nicht erkennen. Diese sei außerdem nur dann gefährlich, wenn es keine

"Querverbindungen" zur Bevölkerung gebe. Dies sei aber in Österreich

nicht der Fall.

Man sei in Sachen Integration aber noch nicht am Ende des Weges,

sondern erst ganz am Anfang, musste der SP-Gemeinderat im Gespräch

mit der APA eingestehen. Im Jahr 2003 habe man definiert, was

darunter überhaupt zu verstehen ist. Es gehe dabei nicht um

Assimilation, sondern um Partizipation an der ganzen Gesellschaft.

Man wolle sich einbringen in die Gesellschaft, ohne aber auf die

eigene Kultur zu verzichten.

"Die Hälfte der Aufgabe ist die Definition", so Al Rawi. Im Jahr

2000 habe die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen den Diskurs

dazu begonnen, 2003 haben man sich dann auf eine Definition geeinigt.

"Und jetzt marschieren wir in diese Richtung". Auf das Ziel dieser

Integration würden sich jetzt die unterschiedlichen Projekte

konzentrieren.

Realisiert werde die Arbeit in einer Reihe von Vereinen, die sich

neben der Kultur auch der Integration widmen würden, erläuterte Al

Rawi. Die "Muslimische Jugend Österreich" etwa kümmere sich um die

Jugendarbeit. Das "Forum muslimischer Frauen Österreichs" biete

Beratung und Aufklärung für Frauen an. Daneben gebe es noch die

Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, die islamische Liga der

Kultur oder die Islamische Föderation, die größte türkische

Vereinigung.

Im Koordinationsforum würden die Vereine regelmäßig zu Treffen

zusammenkommen und auch größer Projekte, wie etwa die

Imame-Konferenz, organisieren. Probleme wie Zwangsehe oder

Frauenrechte würden hier ebenfalls besprochen und anschließend auch

in Predigten in Moscheen thematisiert. In den Vereinen gebe es auch

den Aufruf, Deutsch zu lernen. Die Islamische Liga der Kultur im 20.

Wiener Gemeindebezirk biete dort auch ein Freitagsgebet auf Deutsch

an. Und natürlich veranstalte man in den Vereinen regelmäßig einen

"Tag der offenen Tür" und "Nachbarschaftstage". Das sei der Beweis,

dass es keine Berührungsängste und die "Bereitschaft zur Öffnung"

gebe, so Al Rawi.

(Schluss) ik/mk

APA0290 2005-07-22/12:29

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