Vortrag vor Christlichen Unternemern in Stift Melk

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Integration als Patizipation

Moslems wollen ihren Beitrag für

das Land leisten

Ein Schlüsselerfolg der Integration sei die Partizipation. Dies betonte der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Dipl. Ing. Omar Al Rawi vor Christlichen Unternehmern bei einem Vortrag im Stift Melk.


Moslems in Österreich hätten kein Problem, zu dieser ihrer neuen Heimat zu stehen, die deutsche Sprache zu sprechen und auch die Gesetze zu halten, sagte er. Doch wollen sie dabei auch ihre Religion nicht verlieren, ebenso wenig ihre Kultur und ihre Sprache. "Wir wollen an der Vielfältigkeit teilnehmen, politisch, medial, beruflich, wissenschaftlich und kulturell und dabei unseren Beitrag für dieses Land leisten". So Al Rawi.
Österreich gehe in Fragen der Integration einen Mittelweg, führte der Integrationsbeauftragte aus. Gegenüber dem Weg Frankreichs, das die totale Assimilation fordere und den Weg Englands und Hollands, die einen totalen kulturellen Relativismus bevorzugen, seien Österreich die extremen Auswirkungen, wie sie heute jene Ländern erfahren, erspart geblieben. Durch die Anerkennung der Muslime als eine Einrichtung öffentlichen Rechts wurde ein Mindestmaß an Struktur geschaffen, den Muslimen Rechte zuerkannt, die aber auch Pflichten bedeuten.
„Für uns Moslems wird es eine große Herausforderung für der Zukunft sein, die Herzen der Menschen und damit die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erreichen“, meint Al Rawi. Er erinnerte an die Zeit, als er vor 30 Jahren als Student nach Österreich gekommen war und einen ungezwungenen Umgang miteinander erlebt habe. Doch die Gesellschaft habe sich seitdem anders entwickelt, bedauerte er. Es sei vor allem die steigende Migration, die ein Auseinanderklaffen der immer schon multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft bewirkt habe. Viele würde heute auch vergessen, so der Integrationsexperte, dass der Islam schon seit Jahrhunderten Teil Europas sei, und er seit jahrhunderten in Bosnien bestehe oder auch lange Zeit in Spanien beheimatet war. Ein weiteres Problem sei, dass der Begriff der Integration nie definiert wurde und verschiedenes Gruppen darunter auch verschiedenes verstehhen.

Auf das Problem der islamischen Scharia angesprochen, stellte Al Rawi klar, dass Scharia nicht nur das islamische Strafrecht meine, sondern sämtliche religiösen Vorschriften, darunter auch das Verbot des Genusses von Alkohol und Schweinefleisch. Es gebe bereits unter moslemischen Gelehrten eine breite Diskussion, wie manche Vorschriften heute zu verstehen und anzuwenden seien, sagte Al Rawi. Viele Praktiken seien weltliche Ausformungen und nicht göttliche Sache.
Der Integrationsbeauftragte bedauerte, dass es in der Vergangenheit große Versäumnisse, auch auf Seiten der Muslime gegeben habe, sowie Missverständnisse, die lange nicht ausgeräumt wurden. Zur Frage der Gewaltanwendung stellte er klar, dass sich die Imamkonferenzen in Wien und Graz und zuletzt auch in Kairo mit klaren Worten scharf gegen Gewalt und Terror ausgesprochen haben.

Über eine Begegnung mit Muslimen berichtete noch P. Martin Rotheneder vom Stift Melk. Nach einer Diskussion muslimischer Studenten mit österreichischen Hochschülern haben die Muslime nach ihrem eigenen Gebet wie selbstverständlich auch aktiv am Chorgebet der Mönche teilgenommen.

 
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