Al-Rawi: „Muslime nicht zum politischen Spielball machen.“

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Al-Rawi: „Muslime nicht zum politischen Spielball machen.“

Am 7. Juni 2006 setzte sich die SPÖ-Weißgerber intensiv im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Geheimnis Islam?“ auseinander. Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft und SP-Gemeinderat Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi folgte der Einladung von Gemeinderat Ernst Woller und diskutierte mit den zahlreichen Gästen über den Islam und seine Strömungen. Durch die Diskussion führte Bezirksrat Mag. Thomas Ritt.

Omar Al-Rawi mit Moderator Thomas Ritt (rechts) und Christoph Zawadil (links)

Islam – eine vielfältige Religion
In seinem Einführungsreferat bot Al-Rawi einen umfassenden Einblick in den Islam – übersetzt „sich dem Frieden ergeben“ –, seine Grundlagen und seine verschiedenen Strömungen. Aufgrund der vielfältigen Quellen des Islam wie Koran, aber auch Thora und der vier Evangelien, wurde rasch klar, dass nicht von diesem einen Islam gesprochen werden kann, sondern in verschiedene Strömungen zu unterscheiden ist. Während in christlichen Religionen von einem Begriff wie „Kirche“ gesprochen werden kann und somit dem Betrachter ein metaphorisches Bild zur Erfassung des Metaphysischen der Religion zur Verfügung steht, entzieht sich der Islam aufgrund seiner Vielfalt einer generalisierten Betrachtung.
Eine konstruktive Diskussion erfordert daher ein großes Maß an Toleranz und gegenseitigem Verständnis. „Die derzeitige Diskussion zu integrationspolitischen Themen ist aber weit davon entfernt.“ merkt Al-Rawi an und verweist auf die so genannte „Moslem-Studie“ des Innenministeriums. „Moslems in verschiedene undifferenzierte Schubladen zu stecken ist der falsche Weg.“ Kein Verständnis dürfe man jedoch haben, wenn Menschenrechte und insbesondere die Rechte von Frauen von fundamentalistischen Splittergruppen nicht respektiert werden.
„Religionen politisch nicht instrumentalisieren“
Als Sozialdemokrat trete er für eine klare Trennung von Staat und Religion ein, erklärt Al-Rawi und wendet sich gegen jegliche Form der Instrumentalisierung von Religionen. Einen Wahlkampf auf Kosten von Moslems zu führen ist ebenso abzulehnen, wie die Verhetzung zu Terror und Krieg im Nahen Osten.
Ein Problem stellt für Al-Rawi die oftmals undifferenzierte und einseitige Berichterstattung in Massenmedien dar: Islam kann nicht mit Terror gleichgesetzt werden.
Islam und Sozialdemokratie

Die Frage nach seinem Verständnis von Sozialdemokratie beantwortet Al-Rawi wie folgt: „Die Sozialdemokratie bietet dem einzelnen Menschen Pluralität basierend auf fundamentalen Werten, die eine grundsätzliche Geltung, auch auf globaler Ebene, entwickeln müssen. Unsere Werte stellen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Vielfalt sicher.“

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